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Die Botschaft von Ostern. Für Dich.
Ostern ist der Aufbruch des Lebens. Ostern ist das Fest des Lebens. Nach dunklen Tagen leuchtet neues Licht. Nach Angst und Trauer wächst neue Hoffnung. Und mitten in unsere Welt hinein spricht Gott seine große Verheißung: „Siehe, ich mache alles neu.“
Das ist ja das endgültige Versprechen Gottes. Nicht, ich mache alles wieder so, wie es einmal früher war. Das ist vorbei, das war vor Karfreitag. Jetzt ist Ostern. Und Ostern ist genau diese Verheißung. Leid und Not? Ja, die gibt es noch. Doch es scheint uns ein anderes Licht darauf. Das Licht des Ostermorgens. Ostern wird es ja nur, weil vorher Karfreitag war. Es war ja dunkel. Doch Gott lässt uns nicht im Dunkel.
Darum feiern wir Ostern: weil Christus auferstanden ist. Weil neues Leben möglich ist. Weil auch wir neu anfangen werden — mit Mut, mit Vertrauen, mit offenen Herzen.
Ich wünsche Ihnen und Euch ein frohes, hoffnungsvolles und gesegnetes Osterfest!
Ihr Pfarrer Matthias Ullrich
@Hans Robert Koch„Brannte nicht mein Herz in mir?“
Erzählt von Matthias Ullrich.
Er war 53, schon 53 oder gerade mal 53, als er es bemerkte. Er hatte ihn verloren, einfach so. Gott hatte er verloren. Er war ihm einfach abhandengekommen. Und er wusste nicht einmal wann und wie. Dabei musste er ihn schon lange verloren haben, aber erst heute nach so vielen Jahren fiel es ihm auf. Kein Schicksalsschlag hatte ihn darauf aufmerksam gemacht und nach Gott fragen lassen. Nein, ganz im Gegenteil, es ging ihm gut. Er hatte eine intakte Familie und viele Freunde, war engagiert, hatte Erfolg im Beruf und war mit 53, so meinte er, immer noch recht attraktiv. Nein, es fehlte an nichts, nur eben, und das fiel ihm eben jetzt erst auf - Gott kam nicht mehr vor.
Als er es bemerkte − es war ein Sonntagnachmittag und es war Ostern gewesen − er wusste es noch genau -− ebenso trübes Wetter wie heute. Der Regen peitschte gegen das Fenster. Seine Frau hatte Kaffee gemacht, die Kinder waren mit Freunden unterwegs und er hatte endlich die Zeit genutzt, die Zeitungen der letzten Woche noch einmal zu lesen. Als er es bemerkte, da war er plötzlich sehr erschrocken. Und er war auch gleich auf die Suche gegangen, wo er denn sein könnte. Vielleicht war er ja doch noch da in seinem Leben, irgendwo in einer versteckten Ecke. Er ging auf die Suche, versuchte sich zu konzentrieren.
Als erstes fiel ihm die Kirche ein. Sicher − in der Kirche − freilich, da musste er doch sein. Er überlegte angestrengt, wann er das letzte Mal da gewesen war. Aber es fiel ihm einfach nicht mehr ein. Dabei empfand er sich keineswegs als schlechten Kirchgänger. Ganz im Gegenteil, er liebte die Ruhe dort und auch die Feierlichkeit, die ihn immer überkam, besonders, wenn es ein Chor- oder Orgelkonzert gab. Aber wie angestrengt er sich auch zu erinnern suchte − es fielen ihm jetzt jedenfalls ein paar Male ein als er letztens dort gewesen war − aber wie angestrengt er auch suchte, er konnte sich nicht erinnern, dass Gott dort gewesen war.
Es fröstelte ihn plötzlich bei dem Gedanken, er habe dort immer in der Kirche gesessen mit all den anderen, habe gesungen, gebetet, gelauscht, aber Gott sei nie dabei gewesen. Was für eine Verschwendung von Geld und Zeit, dass man dann noch Gottesdienste feierte, wo es Gott doch gar nicht mehr gab. Was hatte er da gerade gedacht? „Wo es Gott doch gar nicht mehr gab.“ Einen Augenblick lang sah er sich um, so als wollte er nachsehen, ob ihn auch niemand beobachtet hatte bei diesem schrecklichen Gedanken. Nie zuvor hatte er dies gedacht oder auch nur in Erwägung gezogen. Und wenn es Gott nun wirklich nicht gibt, was dann? Aber dann versuchte er sich mit dem Gedanken zu beruhigen, dass Gott vielleicht nur ihm abhandengekommen sei und die anderen ihn vielleicht schon noch hätten und wüssten wo er wäre.
Seine Frau kam herein, den heißen Kaffee auf dem Tablett. Sie lächelte ihn freundlich an. Instinktiv lächelte er zurück. Eine gute Frau hast du, durchfuhr es ihn. Aber dann versuchte er sich wieder zu konzentrieren und auf die Suche zu gehen. Ja, freilich, seine Frau, die gute Ehe, die Liebe. Da musste Gott doch sein. Aber merkwürdig, er konnte sich nicht erinnern, dass sie auch nur einmal über Gott gesprochen hätten, außer vielleicht damals, ja gewiss, beim Traugespräch. Also hier war er auch nicht. Aber bei den Kindern vielleicht. Was hatten sie nur für eine herrliche Zeit gehabt mit den Kindern. Jetzt waren sie freilich schon fast erwachsen und so weit, dass sie bald aus dem Haus gehen würden. Besonders Weihnachten war immer wunderbar gewesen und auch Ostern. Sie hatten sich Nester gebaut, jedes Jahr, und dann am Ostermorgen war er immer schon um fünf Uhr hinausgeschlichen und hatte die Hasen und Eier versteckt. Aber nie hatten sie über Gott gesprochen an diesen Festtagen. Doch, doch an Weihnachten, jetzt fiel es ihm ein, da hatten die Kinder beim Krippenspiel - aber Gott - nein, eigentlich nicht.
Er wurde jetzt noch trauriger und hätte auch fast seine Frau gefragt. Aber da fing Tatort an. Also nahm er seinen Mantel und ging hinaus. "Bin spazieren", rief er seiner Frau noch zu. Beängstigend einsam, so ein Ostersonntagabend, dachte er. Der Regen lief ihm bald die Wangen herunter. Die Straßen waren leer. "Gottverlassen" − fiel ihm ein. Es war noch hell, aber der Regen war kalt.
Ich habe Gott verloren und weiß nicht einmal wann und wo. Das machte ihn vielleicht am traurigsten. Er wurde den Gedanken nicht los. Die ganzen Jahre lebst du so vor dich hin als ob es Gott gar nicht gäbe und du hast es nicht einmal bemerkt. Er kam einfach nicht mehr vor. Du warst zu beschäftigt oder zu müde oder beides. Ja, früher − früher war alles noch anders. Da wolltest du ein Leben führen wie Jesus, ihm nachfolgen. Du warst begeistert. Martin Luther King, Bonhoeffer und Gandhi. Und die Welt wird sich verändern, so hast du geglaubt mit all den andern − wenn nur ein paar wirkliche Christen leben auf dieser Welt. Da hattest du noch Träume. Und die Freizeiten, die Lagerfeuer. Ja, früher, da hast du Gott noch gehabt, dachte er. Aber das war lange vorbei. Irgendwie, irgendwann hatte das aufgehört. Alles ging seinen Gang. Die Träume wurden eingemottet. Und erst heute bemerkst du es, durchfuhr es ihn.
Wir alle haben Gott verloren. Wir alle leben als ob es ihn nicht gäbe, dachte er. Zwischen Google und Corona, Facebook und ChatGPT, zwischen Dauerkrisen und Zukunftsangst, Konsumrausch und Jobverlust haben wir ihn verloren. Er kommt nicht mehr vor. Nicht in der Zeitung, nicht im Fernsehen und wenn dann nur bei den Skandalen seines Bodenpersonals. Nicht im Büro und nicht am Stammtisch, nicht auf der Arbeit und nicht im Urlaub. Er kommt einfach nicht mehr vor. Alles funktioniert auch ohne ihn.
Der Regen wurde stärker und drang an den Schultern nun schon durch seinen Mantel. Vielleicht ist er gestorben, überlegte er. In unseren Gedanken. Oder wir haben ihn gar getötet oder sterben lassen? Gott ist tot. Das wäre doch furchtbar. Gott ist tot und wir Menschen sind nur ein Stück hingeworfene Materie in der Unendlichkeit von Raum und Zeit. Was hatte er nur für Gedanken. Aber sie waren einfach da.
Er hatte den kleinen Hügel erreicht oberhalb des Ortes. Gerade flackerten die ersten Straßenlampen auf und liefen wie Dominosteine durch den Ort.
Wir brauchen sein Licht nicht mehr. Wir haben uns unsere eigenen Lichter gemacht, ging ihm durch den Kopf.
Ihm fiel ein, wie ein Freund kürzlich von neuronalen Netzen und Künstlicher Intelligenz geschwärmt hatte. "Weißt du, was das bedeutet? Du wirst Dir nicht vorstellen können, was daraus einmal werden wird.“ hatte er gesagt. „Sie werden wie wir, nur viel, viel intelligenter. Sie werden sein wie Gott." Und er hatte diese Vorstellung offenbar gar nicht beängstigend gefunden.
Wozu brauchen wir dann überhaupt noch den Menschen, wenn wir uns künstliche Gehirne herstellen können oder mit der Gentechnik künstliche Menschen machen. Sind wir dann Gott? Dann werden wir zuletzt wohl auch den Menschen selbst abschaffen. Dann bleibt wirklich nichts mehr. Erst haben wir Gott abgeschafft und dann den Menschen. Danach vielleicht ja sogar die ganze Erde, irgendwann. Wir wären jedenfalls in der Lage dazu.
Es war inzwischen dunkel geworden über dem kleinen Ort, der jetzt so friedlich und unschuldig dalag als wolle er alle Zweifel vergessen machen. Doch ihn fror und er zitterte. Der Regen hatte aufgehört und es drangen wieder Stimmen und Straßenlärm den Hügel herauf.
Und wenn von alle dem nichts bleibt. Wenn überhaupt nichts bleibt. Wenn am Ende doch der Tod über allem siegt? Wenn wir alle nur dazu bestimmt sind, irgendwann mit den Füßen voraus auf dem Friedhof verscharrt zu werden? Das darf nicht sein, das darf nicht sein, dachte er.
Mein Gott, mein Gott verlass uns nicht.
Er ging den Hügel hinab und es kam ihm dieses Abendlied wieder in den Sinn, das sie am Lagerfeuer immer gesungen hatten: “Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden und er Tag hat sich geneiget.” Nun wurde er ruhiger und summte die Melodie vor sich hin. Es wurde ihm sogar richtig warm ums Herz. Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden.
Vielleicht hab' ich ihn ja gar nicht verloren. Vielleicht habe ich nur verlernt ihn zu erkennen, wie einst die Jünger auf dem Weg nach Emmaus. Vielleicht bin ich nur die ganze Zeit unterwegs nach Emmaus, und er geht schon lang neben mir.
Vielleicht ist er ja mitten unter uns und wir begegnen ihm täglich in vielen Dingen und Worten und Menschen. Und uns hat nur die Traurigkeit den Blick verstellt. Oder die Müdigkeit oder die Langeweile, die Rastlosigkeit oder die Angst...
„Auf dem Weg nach Emmaus.“ Das ist ein gutes Bild, dachte er. Wir sind alle auf dem Weg nach Emmaus. Unser ganzes Leben lang und im Grunde haben wir alle auch die gleiche Sehnsucht und Bitte: Herr, bleibe bei uns!
Als er einige Wochen später in der großen Runde stand beim Abendmahl und den anderen ins Gesicht und in die Augen sah, da erinnerte er sich: Brannte nicht mein Herz als ich dort durch die nassen Straßen ging in Zweifeln gefangen. Es hätte nicht gebrannt mein Herz, wenn...
© Hans-Georg Vorndran / fundus.media
@Hans Robert Koch“Mit der Auferstehung Jesu beginnt Neues. Komplett Neues. Ostern ist kein schönes Add-on. Keine Wiedergeburt des Alten, sondern Neugeburt. Gott stellt die Koordinaten unserer Welt auf den Kopf. Er definiert neu, was Leben ist. Und versetzt uns in eine neue Wirklichkeit. Ostern macht einen Neubeginn möglich. Für die Kaputten, die Verzweifelten und Gescheiterten. Für alle."
Hans Robert Koch
Gladenbach
@ASchepp“Ostern bedeutet für mich Hoffnung in einer hoffnungslosen Welt. Gott, der die Welt erschuf, hat an Ostern alles getan, um mir diese Hoffnung zu ermöglichen. Dafür hat er seinen Sohn Jesus Christus zu uns auf die Welt geschickt und einen schweren Weg gehen lassen. Am Ende diesen Weges hat er sogar einem Mörder Hoffnung geschenkt. Und er will, dass auch wir das glauben.”
Annegret Schepp
Weidenhausen
Foto: Hans Robert KochDie evangelischen Kirchengemeinden im Nachbarschaftsraum Gladenbacher Land suchen für das gemeinsame Gemeindebüro in Gladenbach-Runzhausen eine Verwaltungskraft (m/w/d) mit 5 Wochenstunden ab 1. Mai 2026 befristet bis zum 31. August 2027. Ende 2026 und Anfang 2027 kann die Stelle um weitere Wochenstunden befristet bzw. unbefristet erweitert werden.
Interessant? Die Stellenausschreibung finden Sie hier.
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@Hans Robert Koch"Kirche bietet etwas, das es sonst nirgendwo gibt. Sie gibt mir Orientierung, Halt und Perspektive – gerade in turbulenten Zeiten. Denn sie zeigt, wie Gott mein Leben sieht. Was wirklich wertvoll und von Dauer ist. Und wie sehr wir von ihm geliebt sind."
Hans Robert Koch
Gladenbach
Foto: Anja Beyer"Meinen Weg zur Kirche habe ich spät wiedergefunden, und dafür bin ich sehr dankbar. Dazu das Glück, es direkt in Gadenbach und im Gladenbacher Land zu erleben. Die Vielfalt und die Begegnungen sind wirklich besonders!"
Anja Beyer
Gladenbach
Foto: Selina Willms-Wendelmuth"Kirche ist für mich mehr als ein Gebäude. Die Kirche und unsere Gemeinde schenken mir Heimat, Freunde und Gemeinschaft. Ein Ort der Unvoreingenommenheit, der Hoffnung und der Liebe. Hier kann ich ich sein, ein Kind Gottes, ein Königskind!"
Selina Willms-Wendelmuth
Gladenbach
@Hans-Robert KochTaufe einmal anders feiern. Sie möchten sich oder Ihr Kind im Grünen taufen lassen und dort feiern? Dann seien Sie dabei! Ein besonderes Erlebnis für die Täuflinge und ihre Familien. Gottesdienst mit Taufen und Tauferinnerung. Anschließend Würstchen vom Grill und Getränke. Die evangelischen Kirchengemeinden des Nachbarschaftsraumes Gladenbacher Land laden Sie herzlich ein! Bitte bringen Sie möglichst eigene Sitzgelegenheiten mit.
Informationen und Anmeldung bei Ihrem Pfarrer oder im Gemeindebüro.
@JugendkirchentagSpaß und Gemeinschaft erleben, eigene Begabungen entdecken und entwickeln und dabei erfahren, dass der Glaube an Jesus Christus ein tragfähiges Fundament für alle Herausforderungen des Lebens ist – das wollen wir Kindern und Jugendlichen ermöglichen.